Schule 3.0: Pionierarbeit für den Unterricht

Darmstadt. "Das sind praktische Einheiten, die man im Unterricht gut umsetzen kann", bilanziert Ines Schmitt-Vogt von der Darmstädter Eleonorenschule eine außergewöhnliche Initiative, die MINT-Themen  gezielt in den Klassenraum bringen möchte. Die Lehrerin repräsentiert eine von 13 Netzwerkschulen, die mit dem Zentrum für Chemie neue Impulse für einen lebendigen und praxisnahen Unterricht setzt.

Im Februar fand in Darmstadt der zweite Workshop des von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projekts "Schule 3.0 - Energiewende in den Unterricht" statt. Austragungsorte waren die  Lichtenbergschule und das gemeinsame Juniorlabor von Merck und der Technischen Universität. Ein exklusiver Termin für die  Netzwerkschulen, durch die eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts durch die Freigabe eigener Personal- und Finanzressourcen ermöglicht wird.

Die knapp 50 Lehrer aus vier südhessischen Schulamtsbezirken äußerten sich positiv. "Am Ende stand ein Ergebnis, mit dem man sofort in den Unterricht gehen kann", sagt Jochen Lohrbächer von der Alfred-Delp-Schule in Dieburg. Auch Norwin Terfoort (Rheingauschule Geisenheim) gefällt der Ansatz des Projekts, das klassische Unterrichtsinhalte mit naturwissenschaftlichen Berufsfeldern verzahnen will. Nach drei Jahren intensiver Vorbereitungszeit war "Schule 3.0" im Oktober 2016 in die konkrete Praxisphase gestartet. "Ein sehr aussichtsreicher Start", so ZFC-Vorstand Dr. Thomas Schneidermeier.

Bis Mitte nächsten Jahres stehen vier aufeinander aufbauende Workshops in vier verschiedenen MINT-Fächern auf dem Programm: Chemie, Physik, Mathematik und Informatik. Ziel ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von Inhalten und Materialien für den regulären Unterricht im Einklang mit den curricularen Vorgaben des Kultusministeriums.

"Die Lehrer waren beim ersten Workshop begeistert", betont Prof. Amitabh Banerji. Er ist Juniorprofessor für Chemie und ihre Didaktik an der  Universität Köln und begleitet für das ZFC das Thema Organische Elektronik. "Nach OLEDs wurden in Darmstadt nun Solarzellen gebaut. Ebenfalls auf der Grundlage organischer Substanzen" Banerji lobt das vom Hessischen Kultusministerium unterstützte Pilotprojekt als konsequent unterrichtsbezogenes Konzept, bei dem Schulen und Unternehmen Hand in Hand arbeiten.

"Damit werden moderne Technologien mitten im Schulunterricht erlebbar gemacht", sagte der Fachbereichsleiter Naturwissenschaften und Mathematik Olaf Marsen von der Nikolaus-August-Otto-Schule in Schwalbach.

An dem Programm nehmen Lehrkräfte der Alfred-Delp-Schule Dieburg, des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums Bensheim, der Eleonorenschule Darmstadt, der Friedrich-Ebert-Schule Pfungstadt, der Georg-Christoph-Lichtenbergschule Ober-Ramstadt, des Goethe-Gymnasiums Bensheim, der Heinrich-von-Kleist-Schule Eschborn, der Justin-Wagner-Schule Rossdorf, der Leibnizschule Wiesbaden, der Lichtenbergschule Darmstadt, der Nikolaus-Otto-Schule Bad Schwalbach, der Rheingauschule Geisenheim und der Ricarda-Huch-Schule Gießen teil.  

Der nächste Workshop findet im August statt.